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Die Historie - Eine kurze Mania Pictures-Geschichte

Die Zeit vor Mania Pictures e.V.

Es war einmal ein Jugendlicher, der – im Gegensatz zu seinen Freunden – in jungen Jahren nie ins Kino durfte. Sobald seine Eltern jedoch nicht mehr all seine Schritte überwachen konnten, rächte er sich fürchterlich. Im Laufe der Jahre schaute er tausende von Filmen an, im Fernsehen, auf Video und im Kino. In Spitzenzeiten ging er über 20 mal pro Monat in dunkle Kinosäle, solange, bis er sich schließlich selbst dazu berufen fühlte, Filme zu machen. Ende der 80er Jahre war es noch nicht üblich, in jedem Haushalt eine Videokamera vorzufinden, deshalb schloss er sich mit einem Freund zusammen und drehte im Jahr 1987 den ersten Filmversuch namens BOGYMAN, eine 1:1 Nacherzählung seines Lieblingshorrorfilms HALLOWEEN.

Der junge Mann, den wir der Einfachheit halber mal Armin nennen, besuchte zu dieser Zeit das Hermann Hesse-Gymnasium und hatte nachmittags und in den Ferien genug Zeit, um sich seinem Hobby zu widmen. Viele seiner Klassenkameraden ließen sich breitschlagen, in den kruden Werken mitzuwirken. Da die Amateurfilmerei zu jenen Zeiten nicht gerade sehr verbreitet war, waren die Zuschauer glücklicherweise auch nicht sehr verwöhnt und ließen die Premiere des Erstlingswerks auf einem Schulfest zu einem vollen Erfolg werden. Flugs machte sich das Team daran, eine Fortsetzung zu drehen, es gab ja schließlich eine fertige Vorlage namens HALLOWEEN 2. Im Rahmen der Projekttage vor den Sommerferien 1988 wurde das Hermann Hesse-Gymnasium zu einem Krankenhaus umfunktioniert und die Dreharbeiten konnten beginnen. Zwar war auch dieser Teil nicht ohne Erfolg (sofern man dies so nennen kann), doch die Probleme eines Sequels waren schon damals nicht zu übersehen.

Im darauf folgenden Jahr wurde erstmals eine eigene Geschichte verfilmt – UNDERCOVER, die zum Teil in London spielte, zufälligerweise auch das Ziel einer Schulexkursion. Zu dieser Zeit stieß erstmals das zweite Mania Pictures-Gründungsmitglied, Michael "Cossy" Kossbiel zum "Schnürle-Film-Club". Nach dem Abi rief das Berufsleben, trotzdem begannen Ende des Jahres die Dreharbeiten zu PENTAGRAMM, einem Serienkilleractiontrash, der Anfang 1991 erstmals im "größeren" Rahmen im Jugendhaus Calw uraufgeführt wurde. Bei diesem Film gabs auch erstmals einen eigens komponierten Soundtrack von Peter Fiedler, der das damalige Triumvirat der Calwer Filmer vervollständigte.

Mit der Zeit stiegen die Ansprüche und auch der betriebene Aufwand. Ein erstes, kleines Highlight stellte dann 1992 MANTA COP, eine Blödelactionkomödie dar, bei der erstmals die Vorliebe zur Verschrottung von Autos zum Vorschein kam. Die Premiere im ausverkauften Calwer Kino bleibt bis heute unvergessen. Trotz aller technischen und inhaltlichen Unzulänglichkeiten wusste das lokale Publikum den betriebenen Einsatz aller Beteiligten zu würdigen. Im Jahr 1993 schließlich planten Cossy und Peter Fiedler ein ambitioniertes Projekt, das zum ersten mal eine "ernsthafte" Geschichte, ein Jugenddrama um unerfüllte Träume, Musik und Drogen erzählen sollte. Erst nach Beendigung einer "traumatischen" Beziehungskiste stieß Armin Schnürle zum Projekt und schöpfte aus dem Trennungsfrust kreatives Storypotenzial (ja, ja, heute kann man drüber lachen). Alles über TASTENWAHN gibt's unter Projekte.

Die Geburtsstunde des Vereins Mania Pictures e.V.

Im Zusammenhang mit den Dreharbeiten beschloss man dann, der ganzen Sache einen formellen Rahmen zu geben und gründete "MANIA PICTURES e.V.". Parallel zur Post-Production von TASTENWAHN gab es noch ein Soloprojekt von Armin Schnürle, eine Fortsetzung von MANTA COP, die man jedoch getrost als die schwächste Produktion bezeichnen kann. Langsam begann die Sache auch tatsächlich Geld zu kosten. TASTENWAHN war der erste Film, der ein Budget von fast DM 10.000,-- verschlang, für damalige Verhältnisse und der Tatsache, dass alles aus eigener Tasche bezahlt werden musste, eine ganze Menge. Der Streifen war jedoch auch der erste, der von der formalen Qualität wirklich einiges zu bieten hatte: Cossy hatte aus einer Fahrradgabel und einem 5m langen Aluträger einen Kamerakran gebaut, um den uns wohl bis zu seinem wohlverdienten Ruhestand im Sommer 2004 sämtliche Amateurfilmgruppen beneidet haben. Auch der restlichen Technik wurde viel Aufmerksamkeit geschenkt, eine Steadycam und eine neue S-VHS-Kamera wurden angeschafft, zum ersten Mal gab es eine externe Tonaufnahme und Beleuchtung, wenn auch nur mit handelsüblichen 500 Watt-Baustrahlern (die übrigens bis DIE HOLLYWOODMORDE noch ab und zu im Einsatz waren). Wir hatten außerdem die Möglichkeit, das Filmmaterial in einem professionellen Videostudio zu schneiden, vorher gab es nur die alte Von-Videorecoder-Zu-Videorecorder-Methode. In der nahezu ausverkauften Calwer Aula fand die feierliche Premiere statt, der Film wurde vom Publikum angenommen und heftig analysiert.

Bei den folgenden Projekten war sowohl der inhaltliche, als auch der technische Fortschritt jedes Mal zu spüren. Nachdem ZERLIEBT nicht das hielt, was er versprach, besannen wir uns 1996 mit KILLER wieder auf alte Actionqualitäten, die jedoch den formalen Standards der vorangegangenen Filmen standhalten mussten.

Das Jahr 1998 stellte mit der Produktion von BODYCOUNT eine neue Dimension bezüglich Aufwand und Kosten dar. In zwei Wochen mit 30 nahezu ständig anwesenden Darstellern wurde das Calwer Hermann Hesse-Gymnasium belagert, eine bis heute unvergessene Aktion, die jedoch so chaotisch war, dass die technische Hälfte des inzwischen quasi zum Duo geschrumpften Mania Pictures-Teams danach mehr oder weniger ausstieg. Dafür stieß zur selben Zeit mit Wolfgang Hellmich ein sehr aktiver Part zum Verein, der sich vor allem bezüglich Organisation als großes Talent erwies und bis heute so manches Unmögliche möglich machte.

Mit FALLEN ANGEL folgte ein inhaltlich sehr ungewöhnliches Projekt, dessen Entstehungsgeschichte maßgeblich auf einem Sonderangebot von Lufthansa beruht. Die Dreharbeiten rund um die Welt (New York, Paris, London, Spanien) waren eine enorme Herausforderung, ebenfalls die erstmals in diesem Umfang eingesetzten Visual F/X.

Mania Pictures ist TATORT CALW

Nach 13 Jahren des rastlosen Suchens und Ausprobierens kamen wir im Jahr 2000 schließlich mit TATORT:CALW bei unserer Nische an und blieben ihr in den folgenden Jahren auch treu. Zusammen mit den Fortsetzungen TATORT CALW: DAS ZWEITE GESICHT und TATORT CALW: OPFER entwickelte sich so eine Reihe, die 2003/2004 mit TATORT CALW: DIE HOLLYWOODMORDE abgeschlossen wurde. Der Entschluss, sich vom Calwer TATORT zu trennen, fiel nicht leicht und wurde heftig diskutiert. Schließlich schaffte der Verein es mit dieser Reihe, erst über die Stadt-, und dann über die Kreisgrenzen hinaus bekannt zu werden.

Zwischen Calw und Schweinbach war es 5 VOR 12, als das SEK kam...

Den Aufwand in puncto Schauwerten noch weiter zu steigern kam nach furiosen Finalszenen über den Wolken (OPFER) oder mit Panzer (HOLLYWOODMORDE) vorerst nicht in Frage. Mittlerweile hatten die Produktionen auch Ausmaße angenommen, die ohne ein mehr oder weniger festes Team vor und hinter der Kamera überhaupt nicht mehr machbar waren. Der "Schnürle-Film-Club" hatte sich aber auch von einem Triumvirat in ein vielköpfiges Team um den Chef-Maniac Armin entwickelt. Es konnte jetzt also ein würdiger Nachfolger gesucht werden, denn TATORT CALW zu beerben würde nicht einfach sein.

Deshalb nahm man die Gelegenheit wahr und brach aus dem 12-monatigen Produktionszyklus aus, den man sich seit 1998 angewöhnt hatte. Das Team genehmigte sich für den Tatort Calw-Nachfolger zwei Jahre Zeit, um das neue Projekt zu entwickeln. Das Hauptaugenmerk sollte dieses Mal auch auf der Weiterentwicklung einzelner Bereiche wie Drehbuch, Licht, Casting und anderen filmtechnischen Bereichen liegen. Das inhaltliche Konzept des Films war eine Mischung aus dem, was die Zuschauer an TATORT CALW liebten, und neuen und bisher ungewohnten Ideen, sowohl story-, als auch filmtechnisch. Und das Konzept ging auf. 5 VOR 12 wird 2006 von den meisten als der beste Film angesehen, den MP – bis dato ;-) – produziert hatte.

Unter dem Arbeitstitel SEK CALW machte sich der Verein darauf an ein Projekt, das 2007 in die Kinos kommen sollte. Wieder ging es vom Genre her in eine ähnliche Richtung wie bei den Vorgängern. Doch als der Film dann ins Kino kam, stellten die geneigten Zuschauer überrascht fest, dass die Macher dieses Mal (für ihre Verhältnisse) fast schon sparsam mit Action und Schauwerten umgegangen waren und sich dafür mehr auf die Story konzentriert hatten. Ein Schritt, der vom Publikum einhellig begrüßt wurde.

Die Jungs vom Dorf sind da!

Ermuntert vom Erfolg der stilistischen Abkehr von den Tatort-Filmen entwickelte der Verein 2007 das Projekt VILLAGE PEOPLE – JUNGS VOM DORF. Das Genre wurde als "Agrar-Thriller" oder als "Lachfilm" beschrieben. Zwar mischten die Macher wieder Action und Komödie, dieses Mal allerdings nicht mit Calw als Hauptspielort, sondern einem fiktiven kleinen Schwarzwalddorf namens Schweinbach. Noch mehr als bisher verschrieb sich dieser Ensemblefilm dem schwäbischen Dialekt. Und zum zweiten Mal schien es, als ob der Film eine besondere Nische gefunden hätte. Die Zuschauer feierten die JUNGS VOM DORF überschwenglich und machten die Produktion innerhalb von 6 Wochen zum erfolgreichsten MP-Film überhaupt.

Da VILLAGE PEOLPE sowohl bei der Crew als auch beim Publikum sehr gut ankam, entschlossen wir uns, eine Fortsetzung zu drehen. Nachdem wir für VP1 sehr viel Mühe in die Entwicklung der Figuren und des Settings gesteckt hatten, waren uns diese schon ans Herz gewachsen und wohl vertraut; so konnten wir uns bei VILLAGE PEOPLE – AUF DER JAGD NACH DEM NAZIGOLD auch den technischen Verbesserungsmöglichkeiten zuwenden. Zum ersten Mal auf HDV gedreht erzählt der zweite Teil der Schweinbach-Saga eine fast schon abstruse Geschichte, die trotz anfänglicher Skepsis im Team bei der überwältigenden Mehrheit der Zuschauer ankam, so dass uns auch 2009/10 attestiert wurde: der bisher beste Film!

2011 stand die Vollendung der Village People-Trilogie an. Mit VILLAGE PEOPLE – VOLL PORNO wurde eine Geschichte realisiert, bei der für manche schon allein der Titel etwas zu provokant war, so dass sich die Macher nicht sicher sein konnten, ob überhaupt jemand ins Kino kommen würde. ;-) Viele Diskussionen im Team und in der Fangemeinde weckten natürlich Bedenken, aber der Premierentag zeigte: Sie waren nicht gerechtfertigt, und der Film – wieder im Bereich Action/Komödie angesiedelt und nicht wie befürchtet ein "Erwachsenenfilm" – wurde begeistert angenommen.

Schweinbach im Rückspiegel – oder doch nicht?

Eines der letzten Bilder im dritten VILLAGE PEOPLE-Teil zeigte das Ortsausgangsschild von Schweinbach – und deutete an, dass es auch für Mania Pictures Zeit war, das beschauliche Schweinbach zu verlassen. Da nun wieder eine Filmreihe abgeschlossen wurde, bot sich für das Team 2011 die Gelegenheit, durchzuatmen und sich neuen Ideen zuzuwenden. Viele wurden entwickelt, unter anderem ein Organhandel-Thriller unter dem Arbeitstitel HERZLOS, der vom gewohnten Mania-Stil der vergangenen Jahre abweichen sollte. Da sich die Vorproduktion aber als zu auswendig herausstellte, und man aber nach dem Jahr Pause im Sommer 2012 auf jeden Fall wieder drehen wollte, entwickelte Mania Pictures kurzerhand TATORT CALW – HEXENSABBAT. Wie der Titel schon verrät, greift das Projekt die alte Filmreihe wieder auf, ohne sie jedoch direkt fortzusetzen. Neudeutsch würde man es als "Reboot" bezeichnen ;-) Und auch ein kleines, namentlich bekanntes Dorf in den Wäldern rund um Calw wird eine Rolle spielen... Die Premiere steht kurz bevor und wir sind gespannt, wie unser Publikum auf die Rückkehr der Komissare Jäger, Kraft und Hoffmann reagieren wird. Ebenso wird ein weiteres Experiment namens "DIE ROTKÄPPCHEN UND DER WOLF" öffentlich uraufgeführt; eine Produktion, die als Test für diverse Filmtechnik begann und als erstes eigenes MP-Kurzfilmprojekt endete. Und weil das alles nicht genug war, wurden parallel zu HEXENSABBAT dann noch gleich die Dreharbeiten zu HERZLOS begonnen. Der Hauptteil wird allerdings erst 2013 abgedreht.

Und so geht es weiter:

HERZLOS soll 2014 das Licht der Filmtheater erblicken, Kurzfilme und das Repertoire der MP-Crew aufgenommen werden. Man sieht also: hinter den Kulissen wird kräftig gewerkelt – an neuen Geschichten und neuen Herausforderungen. Und auch bei den nächsten Projekten wird wieder versucht werden, die Latte etwas höher zu legen, um das Unmögliche möglich zu machen. Verschrieben haben wir uns nämlich Filmen aus der Mainstream-Ecke, die vom Aufwand her eigentlich Profis überlassen bleiben müssten. Aber es den Profis überlassen? Wer will das schon...

pfeil